Themen aus dem AZT:

Classic Cars @ AZT Fortsetzung

Liebe Oldtimer Freunde, wir möchten Ihnen nun unseren zweiten Oldtimer für unser Projekt im AZT vorstellen.

 

Es handelt sich um einen Mercedes 240D der Baureihe W123 in der Farbe „Mangogrün“. 

Die Baureihe W123 löste im Jahr 1975 den erfolgreichen Vorgänger W114/W115, auch Mercedes /8 genannt, ab und wurde in 3 Serien bis zum Jahr 1986 verkauft. Mit mehr als 2,7 Millionen Fahrzeugen entwickelte sich der W123 zum bis dahin erfolgreichsten Modell von Mercedes-Benz und gilt noch heute als Inbegriff der Solidität. Vom Modell 240D wurden über die gesamte Laufzeit der Baureihe 449780 Stück gebaut, was diese Motorisierung zur erfolgreichsten der Serie W123 macht.

 

Unser Fahrzeug stammt aus dem Produktionsjahr 1981 und verfügt über einen 4-Zylinder Diesel Motor mit 53KW/ 72PS. Der Mercedes war bis zum Jahr 2013 in Erstbesitz. Wir konnten das Fahrzeug vom zweiten Besitzer erwerben. Die Ausstattung ist für einen 4-Zylinder Diesel aus dieser Zeit ungewöhnlich umfangreich. Unser Mercedes verfügt über Servolenkung und Anhängerkupplung, wie die meisten 240D in Deutschland, aber auch über nicht so häufig anzutreffende Extras wie Zentralverriegelung und Polsterung in Velours Stoff. Auch das originale Becker Europa Stereo Kassetten Radio darf natürlich nicht fehlen.

 

Sehr entschleunigend beim Fahren wirkt sich das 4-Gang Automatikgetriebe aus. Im Zusammenspiel mit dem sonor brummenden Dieselmotor fährt man entspannt und ruhig dahin.

 

Der Mercedes präsentiert sich uns weitgehend im originalen Zustand. Im Laufe der Zeit wurden allerdings von den Vorbesitzern bereits einige Karosserie Reparaturen und Lackierarbeiten durchgeführt, da leider schon Rostschäden vorhanden waren.

 

Im Innenraum befinden sich zeitgenössische Fell-Sitzbezüge, welche von der Erstbesitzerin (Jahrgang 1910) sofort nach Neukauf zugerüstet wurden, um die empfindliche und sehr rare Velours Innenausstattung zu schonen. Zum Dank präsentieren sich die originalen Sitze heute in sehr gutem Zustand.

 

 

Volker Wulle, Leiter des Oldtimerprojekts im AZT, zu den Plänen mit und Zustand von diesem Fahrzeug:

 

„Zunächst einmal haben wir eine Bestandsaufnahme gemacht, welche Karosseriearbeiten notwendig sind, um altersbedingte Rostschäden zu beseitigen. Die Arbeiten werden nach und nach durchgeführt, um die einzelnen Restaurierungsstufen gut dokumentieren zu können. Im Rahmen der Schulungen werden die Ergebnisse mit den Kollegen besprochen und am Fahrzeug gezeigt.

 

Wir möchten Unterschiede zu z.B. Unfallinstandsetzungen moderner Fahrzeuge aufzeigen, wichtige Punkte, wie z.B. die Erhaltung originaler Substanz des Fahrzeugs besprechen und dergleichen mehr.

 

 

Aktuell wird das Fahrzeug im vorderen Bereich restauriert, Korrosionsschäden an den vorderen Radhäusern werden mit originalen Ersatzteilen des Fahrzeugherstellers repariert, die Scheinwerfer Aufnahme rechts sowie der Kühlerträger werden erneuert.

Im nächsten Schritt werden die stark korrodierten vorderen Teile der Außenschweller links und rechts erneuert. Am rechten Außenschweller beseitigen wir zusätzlich die nicht fachgerecht ausgeführte vorherige Reparatur.

Die linke Schweller Endspitze im noch unbearbeiteten Zustand

Rechte Schweller Endspitze mit bereits freigelegter, deutlich erkennbarer und nicht fachgerechter Reparaturschweißung

   Unser Mercedes wird nach Abschluss der Karosseriearbeiten mittels 1-Schicht Acryl Uni Lack lackiert, dabei ist das Ziel, eine nicht sichtbare Restaurierung der Fahrzeuglackierung durchzuführen.

Die Sachverständigen sollen weiterhin Kriterien zur korrekten Bewertung klassischer Fahrzeuge am Objekt erfahren und erlernen.

 

Der Mercedes wird am Ende des Projekts fertig restauriert sein, wobei wir so viel wie möglich von der schönen Patina dieses Autos erhalten möchten.

 

Wir hoffen, mit den Schulungsmaßnahmen sehr bald beginnen zu können, momentan lässt die gesamte Situation rund um Covid-19 keine Präsenzschulungen im Hause AZT zu.

Aus diesem Grund haben wir mit den Restaurierungsarbeiten bereits begonnen, und das Fahrzeug auf eine Richtbank aufgesetzt. Die Richtbank ermöglicht es uns u.a., trotz demontierter Räder das Fahrzeug beweglich zu halten. Außerdem können wir so sicherstellen, dass sich die Karosserie nicht verzieht, auch wenn tragende Teile herausgetrennt und bearbeitet werden.

 

Nach Demontage des rechten Kotflügels hat sich ergeben, dass beide Längsträger außen im vorderen Bereich, sowie beide vordere Radhäuser einen recht starken Rostbefall aufweisen.

 

Zusätzlich haben wir nach Demontage der Hinterachse einen Rostbefall des Unterbodens und der hinteren Längsträger im vorher nicht sichtbaren Bereich entdeckt. Diesen Bereichen gilt unser erstes Augenmerk.

Die Hinterachse wird überholt, bevor sie wieder an ihren angestammten Platz montiert wird.

 

Schauen Sie gerne immer wieder mal hier vorbei und sehen Sie, welche Veränderungen an den Fahrzeugen es gibt, welche Fortschritte unser Projekt macht.