Themen aus dem AZT:

Hagelsturm

35 Jahre nach dem verheerenden Hagelsturm von München wird die Region erneut Opfer eines solchen Ereignisses.

Hagelscanner: Die Fahrzeuge der betroffenen Allianz Kunden werden mit modernster Technik begutachtet.


12. Juli 1984 um kurz vor 20 Uhr: Ein knallgelber Himmel kündigte die Hagelkatastrophe von München an. Eine gespenstische Kulisse. Minuten später brach ein Inferno los: Riesige Eiskörner bis zu der Größe eines Tennisballs prasselten auf Menschen, Tiere, Häuser, Autos, Felder und Gärten.  

Die Bilanz: Drei Tote, mehr als 300 Verletzte, über 200.000 beschädigte Autos und weitere Sachschäden in Höhe von mehr als drei Milliarden Mark innerhalb von 20 Minuten - das bis dahin größte Schadenereignis in der Geschichte der deutschen Versicherungswirtschaft. Damals war die lackschadenfreie Ausbeultechnik noch nicht bekannt, so dass jede Delle ausgeklopft, gespachtelt und lackiert wurde. Die Kfz-Reparaturkosten lagen somit bei den meisten Kraftfahrzeugen über dem Zeitwert, so dass ein Totalschaden vorlag. 1984 gab es noch keine Laptops, so dass ein Gutachten für die Sachverständigen im AZT viel zeitintensiver und aufwendiger war als heute. Alle Dellen, durchschnittlich zwischen 50 und 250 pro Fahrzeug, wurden händisch gezählt und erfasst.


Eine Zeitungsanzeige der Allianz im Jahr 1984.


Am Pfingstmontag 2019 wiederholte sich ein ähnliches Unwetter, wieder in der Region in München. Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern krachten in der Nacht auf Dienstag durch Auto- und Fensterscheiben und sorgten für zahlreiche weitere Schäden an Gebäuden.

Viele Autos gleichen einer Mondlandschaft. Sie sind überzogen mit Dellen, verursacht durch Hagelkörner. Derzeit geht die Allianz von bis zu 20.000 beschädigten Fahrzeugen aus. Der gesamte Aufwand für Autos und in der übrigen Sachversicherung wird auf rund 190 Mio. Euro geschätzt. Dies bedeutet Hochbetrieb in der Schadenregulierung.


In der Werkstatt des AZT werden die beschädigten Fahrzeuge besichtigt.


Um die Vielzahl der Schäden schnell, effizient  und kundenorientiert zu bearbeiten, hat die Allianz acht Hagelbesichtigungszentren eingerichtet – eines davon im Allianz Zentrum für Technik. Hier kümmern sich mehrere Kfz-Sachverständige seit dem 17.06.2019 um die Begutachtung der Hagelschäden an den Autos der Allianz-Kunden. Das Besondere dabei: Ein moderner Hagelscanner, der nach Massenschadenereignissen durch Unwetter die schnelle, automatisierte Erfassung der Hagelschäden an den Kfz ermöglicht, unterstützt die Allianz-Kollegen bei Ihrer Arbeit. So ist es im Regelfall möglich, innerhalb sehr kurzer Zeit ein Gutachten zu erstellen. Außerdem bietet die Werkstatt des AZT die perfekte Infrastruktur, um den organisatorischen Ablauf bestmöglich zu gewährleisten. 


Bereits 2017 hat sich das AZT in einem wissenschaftlichen Projekt mit den Auswirkungen von Hagel auf verschiedene im Fahrzeugbau verwendete Materialen beschäftigt. Informationen zu diesem Praxistest sind in unserem Thema "Hagelschaden" einzusehen.

Die Ergebnisse sind in dem folgenden Video zusammengefasst: